08.06.2011
Bundesregierung will energetische Gebäudesanierung steuerlich fördern
Gesetzespaket zur Energiewende enthält wichtigen Instrumenten-Mix - 10 % Sonder-AfA für Sanierungsmaßnahmen - Schettler warnt vor EnEV-Verschärfung
Die Bundesregierung hat mit ihrem Maßnahmenpaket zur Energiewende nicht nur das in der Öffentlichkeit hauptsächlich zur Kenntnis genommene vorzeitige Abschalten der Atomkraftwerke beschlossen, sondern darüber hinaus zahlreiche weitere Maßnahmen zur Förderung regenerativer Energien und zur Energieeinsparung. Da der Energiebedarf rund um die immobilie und das Wohnen einen Löwenanteil am Gesamtverbrauch ausmacht, sind hier Einsparungen besonders wirksam.
Die Immobilienwirtschaft und insbesondere der BFW Bundesverband der Immobilien- und Wohnungswirtschaft e.V. in Berlin und Bonn hat mehrfach darauf hingewiesen, dass ehrgeizige Einsparziele auch ambitionierter Förderung bedürfen. Neben Sonderkreditprogrammen der bundeseigenen Kreditanstalt für Wiederaufbau KfW spielen steuerliche Instrumentarien dabei für Privatinvestoren - die unverändert größte Gruppe auf dem Immobilienmarkt - eine entscheidende Rolle. Der Gesetzentwurf der Bundesregierung, der gestern das Kabinett passierte, sieht ab 2012 eine 10%ige Sonderabschreibung auf energetische Verbesserungsmaßnahmen an Gebäuden vor. Damit folgt der Bund einer nachdrücklichen Forderung, die gemeinsam von BFW, Deutschen Mieterbund, Architektenkammer NRW und VdW-RW erhoben wurde.
"Der Anreiz über steuerliche Abschreibung hat in der Vergangenheit immer gewirkt, kommentiert der Stellvertretende Landesvorsitzende des BFW-NRW, Wohnungsunternehmer Rolf Schettler aus Herten die Kabinettsentscheidung, " und sie wird wieder wirken!" Aber, so Schettler, die Politik dürfe nicht den Fehler machen "mit dem Hinterteil das umzuwerfen, was mit den Händen mühsam aufgebaut wurde!" Vor allem die Diskussion um eine weitere Verschärfung der technischen Normen für Gebäude im Rahmen einer für 2012 geplanten Novellierung der Energie-Einsparverordnung (EnEV) hält Schettler für "absolut kontraproduktiv". Es müsse vielmehr darum gehen, dass auf der grundlage der jetzt schon geltenden Normen in der Breite Sanierungen angestoßen werden, anstatt High-End-Auflagen für die Schublade zu produzieren, die Investitionen aus wirtschaftlichen Gründen hemmen!