16.08.2011
Zum Tod von Otto Lerchenmüller
"Herten erleben"-Verleger am 11. August verstorben

Otto Lerchenmüller im April 2011
Er war eine schillernde Persönlichkeit, ohne Frage ein Original. Otto Lerchenmüller von vielen Freunden kurz „Lemü“ genannt, ein studierter Historiker, der sich als Verleger und Werbefachmann, als Motivator und Politiker in Bayern ebenso wie in Nordrhein-Westfalen einen Namen gemacht hat.
Im Kriegsjahr 1943 im oberbayrischen Biberach an der Riß geboren, an der Ludwig-Maximilian-Universität in München studiert und im Münchener Stadtteil Haidhausen als Verleger gestartet, war er von 1978 bis 1990 für die CSU Stadtrat in München, gewählt im ehemals roten Stadtteil Haidhausen. Von 1990 bis 1994 Mitglied des Bayerischen Landtages und auch hier alles andere als stromlinienförmig.
Eine zufällige Begegnung mit Hertens damaligem Bürgermeister Klaus Bechtel führte den kreativen Kopf im Jahre 2000 ins Ruhrgebiet und insbesondere nach Herten. Nach dem ersten „Kulturschock“ fand er hier gleich sein Thema: das Wasserstoff-Kompetenz-Zentrum („Der blaue Turm“) in Herten. Kurze Zeit später erschien sein bis heute zum Stadtbild gehörendes Magazin „Herten erleben“. In diesem professionell, bunt und leserfreundlich gemachten Magazin gab er der Stadt Gesichter. „Herten erleben“ menschelt! Nicht nur die VIPs sondern auch ganz normale Bürger fanden ihre Geschichte im Blatt wieder, wenn sie nur irgendetwas Ungewöhnliches zu sagen oder geleistet hatten. Seine „Hertener Gespräche“ mit hochinteressanten Top-Rednern wie Ex-VW-Vorstand Goedevert, Cap-Anamour-Gründer Neudeck oder Reporter-Legende Werner Hansch waren längst vor der kürzlich durchgeführten 10. Auflage ein, nein: DER gesellschaftliche Treffpunkt in Herten geworden. „Gesellschaftlich“ in Otto Lerchenmüllers Sinn: nämlich nicht elitär, nicht „Schicki Micki“ sondern alle Facetten unserer Gesellschaft umspannend, den Chefarzt, den Unternehmensvorstand, Lokal- und Landespolitiker, den Gewerkschafter, den Handwerker, Schüler und Studenten, Geistliche aller Konfessionen und Glaubensrichtungen, ebenso wie den "Mann von der Straße" oder den Arbeitslosen.
Als sich das Ruhrgebiet um die Austragung der Olympischen Spiele bewarb, marschierte Otto Lerchenmüller vorne weg und versuchte mit aller Kraft, die Hertener Halde Hoppenbruch, seinen Zauberberg", als Spielort für die Mountainbike-Wettbewerbe zu etablieren. Noch heute ist das Mountainbike-Zentrum am „Zauberberg“ mit seinem Namen verknüpft. Alle Projekte von Otto Lerchenmüller aufzählen zu wollen, würde Seiten füllen. In den Räumen der Schettler Unternehmungen im Hertener CIRKEL war er ein häufig und gerne gesehener Gast. Nicht selten verabredete er sich spontan am Telefon mit Geschäftsführer Rolf Schettler auf einen Kaffee, zum Mittagessen oder zu einer Kutschfahrt, um neue Ideen auszutauschen.
Eine mit großer Tapferkeit und Gottvertrauen ertragene Krebserkrankung hatte seinem Radius in den letzten Monaten enge Grenzen gezogen. Otto Lerchenmüller hinterlässt in Herten eine riesengroße Lücke. Beileid und Anteilnahme von Geschäftsleitung und allen Mitarbeitern der Schettler Unternehmungen gelten seiner Frau Irene.
Die Beisetzung findet am Donnerstag, den 18. August 2011 in Biberach statt. Am Sonntag, den 4. September 2011 wird um 11.15 Uhr ein Gedenkgottesdienst in der St. Antoniuskirche in Herten-Mitte stattfinden. Otto Lerchenmüller wird in Herten unvergessen bleiben und es ist nur eine Frage der Zeit, bis eine Straße oder ein Platz nach ihm benannt wird. Ihn würde es freuen!