Wohnungswirtschaft fordert Klimaschutz als Schulfach

Mit einer ungewöhnlichen Initiative hat sich der NRW-Landesverband des Bundesverbandes Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen an die NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann MdL gewandt. Wegen der gesamtgesellschaftlichen Bedeutung des Klimaschutzes und der damit zusammenhängenden Anforderungen an Energieeinsparung und Ressourcenschonung sei ein tiefgreifender Bewusstseinswandel in der gesamten Bevölkerung notwendig. Hierfür bedarf es einer wissensmäßigen Unterfütterung, die systematisch und allen Schulformen als reguläres Unterrichtsfach vermittelt werden soll.

Der BFW-Vorsitzende Martin Dornieden weist darauf hin, dass zahlreiche Sachverständige und Forschungsinstitute nachgewiesen haben, dass die prognostizierte, rein rechnerisch ermittelte mögliche Energieeinsparung durch Wärmedämmung an der Hausfassade von theoretisch 85 % der Endenergie nach tatsächlicher Verbrauchsmessung mit Echtzahlen lediglich 15 % Einsparung ergebe. Beim Einbau neuer und hochwärmegedämmter Fenster werde ein Prognosewert von 30 % genannt, tatsächlich erreicht würden nach Verbrauchsmessung jedoch gerade 4 %.

Der „Faktor Mensch" ist demnach die große Unbekannte bei allen Rechenmodellen zur Energieeinsparung, aber dennoch die entscheidende Stellgröße. Dornieden: „Die beste Wärmedämmung nutzt eben nichts, wenn der Wohnungsmieter bei kalten Außentemperaturen tagsüber seine Fenster auf Kippstellung offen lässt oder die Dämmwirkung der Außenfassade durch Innenfeuchtigkeit infolge unsachgemäßen Lüftens herabgesetzt wird."

Aber auch aus Gründen der Gesundheitsvorsorge sei eine wesentliche Verbesserung des Wissens rund um die Wohnungsnutzung und Wohnungslüftung erforderlich. Bei den zunehmend hochgedämmten Wohngebäuden hat der Bundesverband der Bau- Sachverständigen BVS inzwischen eine explosionsartige Vermehrung von Schimmelpilzsporen wahrgenommen. Ursache hierfür ist ein Anstieg der Innenraumfeuchtigkeit, die zuvor durch die vermeintlich „undichte" Außenhülle entweichen konnte. Eine Kompensation kann nur durch wiederum energie-verzehrende Lüftungssysteme oder eben ein besonders angepasstes Lüftungsverhalten erfolgen. Hierzu fehlt es weiten Teilen der Bevölkerung am notwendigen Grundwissen. Auch beim sparsamen Umgang mit elektrisch betriebenen Haushaltsgeräten und mit Fahrzeugen sein Grundwissen nötig, das bisher nicht im erforderlichen Maß vermittelt wird, so Dornieden. Dies zu vermitteln, muss Aufgabe der Schule werden.

BFW Landesverband NRW e.V.

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